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Generation Vision – Waldbesitz im Wandel

Wie sieht der durchschnittliche deutsche Waldbesitzer aus? Er ist männlich und über 60 Jahre alt – soweit die ganz grobe Statistik. Doch wie überall in unserer Gesellschaft vollzieht sich auch hier gerade ein deutlicher Wandel. Die Erben werden weiblicher und vor allem urbaner. Will heißen: Die neue Generation lebt immer häufiger nicht mehr direkt vor Ort, es gibt keine eigene Landwirtschaft mehr und die überkommene Tradition, Grundbesitz vornehmlich an Söhne weiterzugeben, wird abgelöst.

Vor allem, wenn es sich dabei nur um Kleinstprivatwald handelt, war die Urbanisierung in der Vergangenheit oft auch mit steigendem Desinteresse am Wald verbunden. Das stellt vielerorts ein Problem in der Bewirtschaftung dar, gerade wenn es um die Vermeidung von Borkenkäfer-Kalamitäten geht. Doch das soll hier nicht das Thema sein, wir vollen lieber die neueren, positiven Entwicklungen betrachten.

Neues Interesse

Nicht zuletzt der fortschreitende Klimawandel hat unter jungen Leuten ein wachsendes Umweltbewusstsein ausgelöst. Viele besinnen sich wieder auf den Wald. Das kann sich im einfachsten Fall darin äußern, dass eine fossile Heizung umgestellt wird auf den nachwachsenden Brennstoff Holz. Tatsächlich ist über die Gewinnung von Brennholz vielfach das Interesse an einer aktiven Waldbewirtschaftung wieder erwacht und es wird in der Folge auch Sägeholz vermarktet. Doch, wie wir alle wissen, kann der Wald noch viel mehr als nur Holz produzieren – Stichwort Ökosystemleistungen (ÖSL). Wir reden hier vom Klimaschutz, Wasserschutz, Luftreinhaltung, Erholungsfunktionen und vor allem Biodiversität. Moderne Förderprogramme machen es möglich, dass diese ÖSL auch finanziell honoriert werden, der Waldbesitzer seine Arbeit nicht mehr ausschließlich über Holzverkauf refinanzieren muss. Diese Entwicklung steht zwar noch ziemlich am Anfang, aber sie eröffnet neue Perspektiven

Generation Social-Media

Nicht zuletzt die neuen Medien mit ganz anderen Formen der Vernetzung und Informationsbeschaffung haben dazu beigetragen, dass von den jungen Waldbesitzern althergebrachte Modelle der Bewirtschaftung hinterfragt und auf den Kopf gestellt werden: Muss es immer Fichte und Buche sein? Muss immer gepflanzt werden? Geht es nicht auch mit Naturverjüngung? Brauchen wir dann immer einen Zaun zum Schutz, oder lässt sich auch die Jagd verändern? Wie kommt man an die zusätzlichen Einnahmequellen?

Mittlerweile kristallisieren sich in verschiedenen sozialen Netzwerken auch regelrechte „Forst-Influencer“ mit einer wachsenden Anhängerschaft heraus. Die Protagonisten bedienen ganz unterschiedliche Informationsniveaus – angefangen von der Aufklärungsarbeit für interessierte Laien, bis hin zur Vernetzung von Wissenschaft und Forstpraxis. Während es früher eher fachspezifische Gruppierungen gab, die meistens unter sich blieben, haben wir heute viel weniger Berührungsängste. Das öffnet die Branche und das auf ungewöhnlich schnelle Weise. Die Forstwirtschaft wird – gefühlt – regelrecht mitgerissen und neue Netzwerke entstehen.

Doppelte Chancen

In diesem Zug ist auch er Zulauf bei den Forstberufen weiter gewachsen. Die Fachschulen und Universitäten verzeichnen seit Jahren steigende Zahlen. Angst vor einer Sättigung des Jobmarkts müssen Interessenten trotzdem kaum haben, denn der Bedarf an qualifiziertem Personal lässt sich derzeit kaum decken. So eröffnen sich gleich mehrfache Chancen.

Trotz aller Popularität ist die „Forstfamilie“ insgesamt ziemlich klein. Fundierte und aktuelle Informationen sind nicht an jeder Ecke zu bekommen. Umso wertvoller sind – neben den digitalen Medien – echte Netzwerktreffen zum persönlichen Austausch. Ein solches hat die DLG im Rahmen ihrer Waldtage am kommenden Wochenende in Lichtenau/Westfalen wieder einmal ausgerichtet. Der zweite Messetag 13.9.25 widmet sich umfänglich den „Young Professionals“. Man kann sozusagen die DLG-Waldtage als Karriere-Corner verstehen. Hier kann man die Unternehmen aus der Branche kennenlernen und sich ein Bild über die Berufsbilder machen. Bei diversen Vorträgen auf der Expert-Stage kommen u.a. die Macher des Kanals „Forst erklärt“ zu Wort. Ein eigener Schwerpunkt widmet sich daneben den Karrierechancen für Frauen in der Forstwelt.

Bei aller Ernsthaftigkeit darf natürlich ein Programmpunkt auf keinen Fall zu kurz kommen: Zur DLG ForestNight am Samstagabend darf gefeiert und auch getanzt werden  - mit einem Live-DJ und bei kühlen Drinks. Für alle Messebesucher unter 30 Jahren bzw. mit einem Ausbildungsausweis bietet der Veranstalter dazu ein spezielles Ticket-Paket mit drei Freigetränken.